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Eloxaloberflächen
Die Gestaltung von Aluminiumoberflächen bietet beim Eloxieren eine Vielzahl an Möglichkeiten – von technisch funktionalen bis hin zu dekorativen Ausführungen. Je nach Anforderung lassen sich unterschiedliche Oberflächenstrukturen, Glanzgrade und Farbtöne realisieren.
Damit diese Oberflächen eindeutig definiert und reproduzierbar umgesetzt werden können, erfolgt ihre Beschreibung über standardisierte Bezeichnungen. Grundlage hierfür ist die DIN 17611, die die Oberflächengestaltung von eloxiertem Aluminium regelt.
Aluminiumbezeichnungen nach DIN 17611
Diese sogenannte Oberflächenkennzeichnung legt fest, wie eine Oberfläche beschaffen sein soll – von der Vorbehandlung bis zur finalen Erscheinung. In der Praxis hat sich dabei eine klare Struktur etabliert.
Eine vollständige Bezeichnung setzt sich in der Regel aus zwei Komponenten zusammen:
- der Vorbehandlung (E…) bestimmt die Oberflächenstruktur
- der Eloxaloberfläche (EV… oder C-…) beschreibt Farbe und Erscheinungsbild
Erst das Zusammenspiel beider Angaben definiert die tatsächliche Optik und Funktion der Oberfläche.

Ein Beispiel aus der Praxis: E6 EV1 eloxieren
Die Kombination E6 EV1 gehört zu den am häufigsten eingesetzten Spezifikationen im Eloxalbereich.
- E6: chemische Vorbehandlung (Beizen) für eine gleichmäßig matte Oberfläche
- EV1 / C-0: farblos eloxiert (naturfarbene Oberfläche)
Das Ergebnis ist eine gleichmäßig matte, silberfarbene Aluminiumoberfläche mit definierter Struktur.
In der Praxis zeigt sich, dass die gewünschte Oberfläche nicht allein durch die Eloxalschicht entsteht, sondern maßgeblich durch die Vorbehandlung geprägt wird. Genau hier liegt ein entscheidender Hebel für die spätere Qualität und Optik.
Als Spezialist für die Oberflächenbehandlung von Aluminium berücksichtigen wir bei Jacobi Eloxal beide Prozessschritte im Zusammenspiel und stimmen Vorbehandlung und Eloxalprozess gezielt auf Bauteil, Legierung und Einsatzbereich ab.
Bedeutung der Vorbehandlung (E0 bis E8)
Die Vorbehandlung ist ein entscheidender Schritt im Eloxalprozess. Sie beeinflusst die spätere Oberflächenoptik stärker als die Farbe selbst, da sie Struktur, Reflexion und Gleichmäßigkeit bestimmt.
Je nach Verfahren entstehen:
- matte Oberflächen
- glänzende Oberflächen
- gebürstete oder polierte Strukturen
Die DIN 17611 unterscheidet folgende Kurzzeichen:
| Kurzbezeichnung | Art der Vorbehandlung | Wirkung auf die Oberfläche |
|---|---|---|
| E0 | Keine spezielle Vorbehandlung | Ausgangsoberfläche bleibt sichtbar |
| E1 | Geschliffen | gleichmäßige Schleifstruktur |
| E2 | Gebürstet | gerichtete Linienstruktur |
| E3 | Poliert | hohe Glanzwirkung |
| E4 | Geschliffen und gebürstet | kombinierte Struktur |
| E5 | Geschliffen und poliert | gleichmäßig glänzend |
| E6 | Spezialgebeizt (gleichmäßig matt) | gleichmäßig matte Oberfläche |
| E7 | Chemisch/elektrochemisch geglänzt | stark reflektierend |
| E8 | Poliert und chemisch geglänzt | sehr hohe Glanzwirkung |
Besonders relevant in der Praxis ist E6 (Beizen), da es eine gleichmäßige, technisch saubere Oberfläche erzeugt, unabhängig von Schwankungen im Ausgangsmaterial.
Je nach Anforderung kommen darüber hinaus auch weitere Verfahren zum Einsatz, etwa das Elektropolieren als Vorbehandlung zur gezielten Glättung und Veredelung der Oberfläche.
Eine detaillierte Übersicht verschiedener Vorbehandlungsverfahren finden Sie in unserem Beitrag zur Vorbehandlung von Aluminium.
Bedeutung der Eloxal-Oberfläche: EV- und C-Kennzeichnung
Neben der Vorbehandlung beschreibt die zweite Komponente der Eloxal-Bezeichnung die eigentliche Oberfläche, genauer gesagt die Eloxalschicht und deren optisches Erscheinungsbild. Diese entsteht während des anodischen Oxidationsprozesses und bestimmt maßgeblich Farbe, Lichtwirkung und Schutzfunktion der Oberfläche.
Die Eloxalschicht ist dabei nicht nur dekorativ, sondern erfüllt auch technische Anforderungen wie Korrosionsschutz und Verschleißbeständigkeit.
Zur Beschreibung dieser Oberfläche haben sich zwei Bezeichnungssysteme etabliert: die historisch gewachsenen EV-Bezeichnungen und die heute normgerechten C-Bezeichnungen.
EV1 bis EV6 – gebräuchliche Bezeichnungen
Die Bezeichnungen EV1 bis EV6 beschreiben die Farbwirkung eloxierter Aluminiumoberflächen und sind in der Praxis bis heute weit verbreitet.
Sie stammen jedoch nicht aus aktuellen Normen, sondern haben sich über viele Jahre aus der industriellen Anwendung entwickelt und etabliert. Entsprechend werden sie häufig in älteren Zeichnungen, internen Spezifikationen oder im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet. EV-Bezeichnungen sind nicht falsch, aber nicht normativ definiert.
EV 1 eloxieren: Standard-Eloxalverfahren
Das Eloxieren nach EV1 gilt als das Standard-Eloxalverfahren für Aluminium. Dabei entsteht eine farblose, leicht silbrig schimmernde Oxidschicht, die die natürliche Optik des Materials weitgehend erhält. EV1 wird insbesondere dann eingesetzt, wenn eine neutrale, gleichmäßige Oberfläche mit gutem Korrosionsschutz gefordert ist. In der heutigen technischen Spezifikation entspricht EV1 der normgerechten Bezeichnung C-0 eloxal. Der Begriff EV1 wird jedoch weiterhin häufig verwendet, da er sich in vielen Branchen etabliert hat.
Eloxal C-0 bis Eloxal C-35
Heute werden Eloxaloberflächen in technischen Zeichnungen und Spezifikationen überwiegend über die C-Bezeichnungen (z. B. C-0, C-31, C-35) definiert, da diese eine eindeutige und normgerechte Beschreibung ermöglichen.
Die Zuordnung ist dabei eindeutig:
| EV-Bezeichnung | C-Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| EV1 | C-0 | Farblos/natur |
| EV2 | C-31 | Leichtbronze |
| EV3 | C-32 | Hellbronze |
| EV4 | C-33 | Mittelbronze |
| EV5 | C-34 | Dunkelbronze |
| EV6 | C-35 | Schwarz |
Die C-Bezeichnungen entsprechen dem aktuellen Standard und werden insbesondere in technischen Zeichnungen und Spezifikationen verwendet. Begriffe wie EV1 sind hingegen weiterhin im Umlauf, da sie historisch gewachsen sind und in vielen Branchen etabliert bleiben.

Farbgestaltung von Eloxaloberflächen in der Praxis
Neben den klassischen Natur- und Bronzetönen bietet das Eloxieren heute eine Vielzahl an Farbvarianten. Bei Jacobi Eloxal setzen wir dabei sowohl auf die organische als auch die elektrolytische Farbanodisation und bieten Farbeloxal nach dem EURAS-Farbfächer von C31 bis C35.
Unsere Leistungen umfassen eine breite Auswahl an Standard- und Sonderfarben:
- 15 Standardfarben auf Basis organischer und anorganischer Färbungen
- 14 Sonderfarben, individuell nach Kundenanforderung realisierbar
Dadurch lassen sich sowohl technische als auch gestalterische Anforderungen präzise umsetzen.